"Klangspuren" mit Stefan Backes

| Klangspuren

Im März war Internationaler Frauentag, und in den USA gedenkt man den gesamten Monat über im „Women’s History Month“ dem Beitrag von Frauen zur Geschichte.

Dies hat Klangdetektiv Stefan Backes in seiner aktuellen Ausgabe der „Klangspuren“ zum Anlass genommen, um, wie schon länger versprochen, einmal nur Musik zu spielen, die von Frauen gemacht oder gesungen wird. Denn nicht nur im großen, weiten Musikbusiness spielt das Thema Diversität eine immer wichtigere Rolle, auch ihm selbst ist aufgefallen, dass er in seinen Sendungen bisher mit erkennbar höherem Anteil Musik von Männern gespielt hat. Woran genau das liegen könnte, versucht er, im Laufe der Sendung zu eruieren, vor allem aber gilt es, dem allein schon durch die gespielten Lieder Abhilfe zu verschaffen. Männer bleiben dabei nicht komplett außen vor, denn manche Sängerin greift durchaus bewusst auf männliche Unterstützung zurück, sei es in Bezug auf die Backingband oder bei den Texten. Und um reine Exklusivität soll es auch gar nicht gehen, sondern für eine gleichberechtigte, chancengleiche Berücksichtigung unabhängig vom Geschlecht plädiert werden, von deren Umsetzung zugegebenermaßen viele Bereiche der populären Musik noch weit entfernt sind.

Nachtrag: Leider erst nach Ausstrahlung der Sendung stieß Stefan Backes auf eine Studie aus dem Jahr 2019 der Britin Vick Bain, die seit 25 Jahren im Musikbusiness tätig ist und nach diversen Führungspositionen heute eine Beraterfirma für die Branche in Sachen Diversität, Chancengleichheit und Inklusion betreibt. Bei ihrer Analyse des britischen Musikmarktes stellte sie unter anderem fest, dass in den meisten Genres in der Regel weniger als ein Drittel der von Plattenfirmen veröffentlichten Künstlerinnen und Künstler Frauen sind (in der Klassik sind es rund 30 Prozent, im Folk circa 24 Prozent, im Jazz aber nur etwa 10 Prozent oder im Metalbereich sogar nur 6 Prozent). Von allen 219 untersuchten Label mit Einzelacts und Bands ist gerade einmal ein Fünftel der Beteiligten weiblich. In anderen Teilen der Branche, bei Verlagsmitarbeitern oder -mitarbeiterinnen, in Führungspositionen et cetera, sieht es nicht wesentlich besser aus. Immerhin ist in den diversen Musikstudiengängen der Anteil mit 44 zu 56 Prozent schon nahezu ausgeglichen. Insgesamt dürfte die Situation aber für Deutschland und andere Länder mit vergleichbaren Musikmärkten weitgehend übertragbar sein. Alle Ergebnisse der Studie lassen sich (auf Englisch) hier nachlesen: https://bit.ly/328jvwY.

Liedfolge:

1. Anne Wylie, „The Waters Of The Wild“
2. Mary Black, „By The Time It Gets Dark“
3. Capercaillie, „Coisich A Rùin“
4. Clannad, „Coinleach Glas an Fhómhair“
5. Mary Coughlan, „Double Cross“ (www.youtube.com/watch?v=stxZ2fid7tU)
6. Loreena McKennitt    , „The Highwayman“
7. Belinda Carlisle, „Big Scary Animal“
8. Julie Delpy, „Je T’aime Tant“ (www.youtube.com/watch?v=QAYffJDGHw4)
9. Dota feat. Uta Köbernick, „Kein Kinderlied“
10. Antje Duvekot, „Augen, Ohren und Herz“
11. Katzenjammer, „A Bar In Amsterdam“ (www.youtube.com/watch?v=MJR3kV3LAko)
12. Katie Doherty & The Navigators, „Passing Through“
13. Marta Töpferová & Tomás Liska, „Jablon Zapomneni“
14. Miss Allie, „Dieter - das Regeltagebuch“

(Hinweis: Drei der in der Sendung gespielten Lieder hat Youtube vermutlich aufgrund von Vereinbarungen mit den entsprechenden Plattenfirmen leider gesperrt. Um sie sich aber dennoch anhören zu können, haben Links zu anderen Youtube-Seiten angefügt, wo sie abspielbar sind.)

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