War der Tag des Abschieds gekommen zogen die Auswanderer noch einmal durchs Dorf. Es wurden Auswanderungsgedichte und Reime aufgesagt und Lieder gesungen. So z.B. das in der Mitte des 19. Jhds. sehr beliebte Lied "Jetzt ist die Zeit, die Stunde da. Wir ziehen nach Amerika"
Zuweilen wurden Abschiedsgottesdienste gefeiert und man besuchte ein letztes Mal den Friedhof um sich auch von den verstorbenen Verwandten zu verabschieden. Man füllte ein Säcklein mit Erde um einwenig Heimat in die Fremde mitzunehmen.
(Quelle: in Auszügen aus: Nach Amerika. Die Geschichte der deutschen Auwanderung. Bernd Brunner 2009)

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Ihr Freunde wohl und anverwandt,
reicht mir zum letzten Mal die Hand.
Ihr Freunde, weinet nicht so sehr,
wir sehn uns nun und nimmermehr.

Und wenn das Schiff am Ufer steht,
so wird ein Liedchen angestimmt.
Wir fürchten keinen Wasserfall,
wir denken, Gott ist überall.

Und sind wir dann in Baltimore,
so heben wir die Händ' empor
und rufen dann Viktoria,
jetzt sind wir in Amerika.

In Amerika, da ist es fein,
da fließt der Wein zum Fenster rein.
Wir trinken eine Flasche Wein
und lassen Deutschland Deutschland sein.

Und woll'n wir nun spazieren gehn
im grünen Wald, wo Blumen stehn,
da fand ich eine, die da spricht:
Blaublümelein, Vergißmeinnicht!

Quelle: http://www.lieder-archiv.de/lieder/show_song.php?ix=300159