Szenenbeschreibung:

Ein herrlicher Wintertag.
Peter und Heinrich arbeiten an ihrem Auftrag aus Trier.
Es passiert ein Unglück auf dem vereisten Weiher. Heini, der älteste Sohn bricht im Eis ein und stirbt eine Woche später an den Folgen einer Lungenentzündung.

Erzähler

Es ist Anfang Februar, zwar nicht mehr ganz so klirrend kalt wie im Januar, aber der Winter hat den Hochwald noch immer fest im Griff.

Die Felder liegen dick verschneit und der Wald trägt eine weiße Krone. Der Primsbach ist an vielen Stellen zugeeist und der Fischweiher in der Nähe der Mühle ist jetzt der Spielplatz für die Kinder im Dorf. Auf der Eisfläche tummeln sich die kleinen und die großen Kinder und schlittern um die Wette. Vom kleinen Hügel rutschen einige Kinder mit lautem Gejohle auf einem Fetzen alten Rindsleders bis auf die Eisfläche des Fischweihers herunter.

Es ist ein herrlicher Wintertag.

Zu Hause bei den Munos stehen Peter und Heinrich wie gewöhnlich an ihren Ambossen in der Nagelschmiede.

PeterSchau mal Heinrich. So musst Du das Eisen Schlagen. Dann den Nagelkopf mit kräftigem Schlag, aber trotzdem mit viel Gefühl ausarbeiten. Dann wird ein schöner Sattlernagel daraus.
Probiere es mal.
HeinrichJa, mach ich doch.
PeterGut. Noch ein bisschen kräftiger auf den Rand hämmern.
HeinrichSo?
PeterPerfekt. Klappt doch.
Und das machen wir jetzt 10.000 mal. (und lacht)
HeinrichDann werden wir mal sehen, wer von uns beiden bis heute Abend die meisten Nägel fertig gebracht hat.
ErzählerDas Schlagen des Ambosses hört man bis weit in die Strasse hinaus.
Anna steht mit der Nachbarin vor dem Haus. Sie unterhalten sich.
AnnaIst das nicht ein wunderschöner Tag heute?
NachbarinSo ein bisschen Sonne tut gleich richtig gut.
Hör mal die Kinder, man hört das Lachen vom Weiher bis hierhin.
AnnaSo gefällt mir das. Peter und Heinrich haben wieder einen Auftrag.
Da sind die beiden gerade dran.
NachbarinJa? Das Klingen des Amboss ist nicht zu überhören. 
AnnaUnd wie geht's bei Euch?
NachbarinMein Christian und der Juppes sind heute Morgen schon früh mit der Hott nach Tholey und Turkismühle.
Hoffentlich haben sie dieses mal etwas mehr Glück und können die Löffel, Klammern und Körbe für gutes Geld verkaufen.
Bei dem schönen Wetter wollen wir mal die Hoffnung nicht aufgeben.
ErzählerSo stehen die beiden noch eine ganze Weile in der Sonne, als plötzlich das herüberklingende Lachen der Kinder in lautes Kreischen übergeht.
Kurz darauf kommen drei Jungs über die schneebedeckten Wiesen gerannt.
Völlig außer Atem kommen sie bei den Frauen an.
AnnaWas ist denn los, was rennt ihr denn so?
NachbarinIst was passiert?
Junge 1Der Heini ....
AnnaWas? sag schon.
Junge 1Der Heini ist in den Weiher eingebrochen.
Junge 2Er wollte uns zeigen wie dick das Eis ist.
Junge 3Er hat mit dem Fuss ein paar mal ganz fest auf das Eis gestampft und...
Junge 1... und da ist das Eis gekracht.
AnnaUm Gottes Willen. 
ErzählerSie läuft wie panisch in die Schmiede zu Peter.
AnnaPeter !!!  Komm schnell. Der Heini ist am Weiher ins Eis eingebrochen!!
PeterDas hat jetzt gerade noch gefehlt. Heinrich, schnell spann den Braunen vor den Wagen.
Anna hole Du eine Decke, ich hole die Leiter. 
ErzählerAlle laufen hektisch um die Sachen zu holen.
PeterKomm Anna wir laufen über die Wiesen.
Heinrich, Du kommst mit dem Braunen nach.
Erzähler

Anna, Peter und die drei Jungs, welche die Nachricht überbracht hatten, laufen so schnell sie können in Richtung Weiher.

Heinrich spannt unterdessen den Braunen an und folgt sogleich.

Am Weiher angekommen stehen alle Kinder ganz aufgeregt zusammen.
Zwei größere Jungs versuchen es mit langen Stöcken, damit der Heini sie greifen kann.
Aber er kann sich nicht festhalten. 

PeterGeht mal alle weg da.
ErzählerPeter schiebt die Leiter auf das Eis bis hin zu der Einbruchstelle.
Heini schlägt noch immer wild um sich.
PeterHeini. Ganz ruhig. Ich komme ja schon.
ErzählerPeter krabbelt über die Leiter bis zu Heini.
PeterHeini. Fass jetzt meine Hand.
Erzähler

Heini fasst mit letzter Kraft die Hand seines Vaters. Peter greift ihn mit festem Griff an der Schulter und zieht ihn aus dem Weiher. 

Heinrich ist inzwischen mit dem Pferdewagen angekommen.

PeterHeini. Sag was.
HeiniEs ist so kalt.
PeterAnna. Schnell zieh im die nassen Sachen aus und wickele ihn in die Decke.
ErzählerAnna tut so wie Peter gesagt hat. Die Kinder stehen ganz verdadattert um die Drei herum.
AnnaHeini. Ist es jetzt schon beser? 
HeiniMir ist so kalt.
AnnaSo jetzt schnell auf den Wagen und nix wie heim.
HeinrichKinder und ihr geht jetzt am Besten auch nach Hause.
... und bleibt von dem Weiher weg.
KinderNein, nein, da gehen wir nicht mehr drauf.
ErzählerHeinrich knallt mit der Peitsche und der Braune setzt sich in Bewegung.
Nach etwa zehn Minuten sind sie zu Hause angekommen.
Margret und Elisabeth stehen auf der Haustür.
MargretWas ist passiert?
AnnaMargret schnell, leg noch Feuer im Herd nach.
Der Heini ist auf dem Weiher ins Eis eingebrochen.
ErzählerSie bringen den Jungen in die Stube, packen ihn in Warme Decken und legen ihn auf die Bank vor dem Herd.
ElisabethJunge, wie ist das nur passiert?
AnnaOma, jetzt lass mal. Hauptsache er lebt.
HeiniMir ist immer noch so kalt. (fängt an zu husten)
PeterDas wird schon wieder. Einem richtigen Mann macht doch so etwas nichts aus.
ErzählerEs sieht so aus als wäre alles überstanden.
Doch am folgenden Tag geht es Heini schlechter.
Er hat sich eine Lungenentzündung geholt.
Eine Woche später ist der Junge tod.