Szenenbeschreibung:

Anna und Margreth unterhalten sich und spekulieren über eine mögliche Auswanderung nach Amerika.

Erzähler

Zu Hause in Damflos sind Anna und ihre Schwester Margret in der Küchenstube.

Anna Stopft Löcher in der Strumpfhose von Karlchen und Margret schält Kartoffeln.

Anna

Ich weiß gar nicht wieso der Junge immer so viele Löcher in die Strumpfhose bringt.

Margret

Kartoffel schälen ist auch nicht gerade meine Wunschbeschäftigung.

Sag mal, liegt noch der Brief von Johannes in der Kommode?

Anna

Ja,ich habe ihn auch schon ein paar mal hervorgeholt und wieder gelesen.

Weißt Du, interessieren würde mich das schon, das Amerika.

Es soll ja ein großes Land sein.

Margret

Und man sagt, es sei das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Anna

Einige hier aus dem Dorf sind schon nach Amerika. Und das was sie so nach Hause schreiben...

Margret

... so wie der Johannes

Anna

... ja, so wie der Johannes, scheint es wirklich eine Alternative zu sein, nach Amerika zu gehen.

Erzähler

In diesem Moment klopft es an die Küchentür, die Tür geht auf und die Nachbarin, die Lissemari steht in der Küchenstube.

Lissemari

Wisst ihr schon das Neuste?

Anna

Wer ist gestorben?

Lissemarie

Nää. Keiner ist gestorben.
Dem Jäp, em Karl sein Ältester und et Gretchen von Schusters Annemarie müssen Heiraten gehen.

Margret

Was Du nicht sagst. Woher weißt Du das?

Lissemarie

Das muss ich gleich mal der Elisabeth erzählen. Wo ist sie denn?

Anna

Geh mal in den Stall, die Oma melkt gerade die Kuh.

Erzähler

Die Lissemarie öffnet die Stalltür und geht in den Stall.

Anna

Also was diese Ratsche wieder zu wissen glaubt.

Margret

Und wenn es stimmt, was soll’s die Gret ist ja schon neunzehn und der Jäp ist ja auch ein netter Kerl.

Anna

Dieses Kleinkarierte geht mir hier im Dorf schon ein wenig auf den Geist.

Wo die Lissemarie damals grad siebzehn war als sie den Sebastian bekam.

Manchmal wünschte ich mir einfach von hier wegzugehen.

Margret

Was meinst Du?

Anna

Ich stelle mir manchmal vor wie es wäre, wenn wir mehr Platz hätten, für uns und für die Kinder , ein größeres Haus ein gutes Auskommen und eine bessere Zukunft.

Sieh mal, der Heini kommt im Frühjahr aus der Schule. Er könnte sicherlich unseren Männern in der Schmiede helfen, aber das ist doch nichts für den Jungen. Er müsste etwas vernünftiges Lernen, aber hier hat es ja keine Möglichkeiten.

Und den Kleinen wird es später auch nicht besser gehen.

Margret

Und  da denkst Du an Amerika?

Anna

Manchmal schon.

Margret

Ich habe mir das auch schon heimlich ausgemalt.

Richtig Geld zu verdienen, dass man sich auch mal etwas leisten kann.

Und nicht immer nur Kartoffeln.

Anna

In Amerika könnten wir vielleicht etwas Neues anfangen.

Vielleicht könnten wir dort richtige Landwirtschaft machen oder Peter macht dort wieder eine Schmiede auf. Nägel werden auch dort gebraucht.

Oder etwas anderes. Arbeit gibt es dort bestimmt genügend.

Die Kinder könnten einen richtigen Beruf lernen und etwas aus ihrem Leben machen.

Margret

Das wäre bestimmt eine tolle Sache . Da würden wir auch mitkommen.

Anna

Psst. Die Oma und et Lissi kommen  aus dem Stall.

Die müssen ja nicht mitbekommen worüber wir uns unterhalten.

Anna

... sonst ratscht sie es gleich im ganzen Dorf rum.

Oma

Also das hätte ich jetzt wirklich nicht gedacht.

Habt ihr schon gehört, das Gretchen kriegt ein Kind vom Jäp und die beiden müssen jetzt heiraten.

Lissemarie

Stellt Euch mal vor? So ebbes!

Aber ich muss jetzt wieder in meine Küche, die Suppe steht auf dem Herd.

Anna

Dann geh mal schnell, nicht dass sie dir noch anbrennt.

Lissemarie

Elisabeth...  ich gehe dann. Und wenn ich noch mehr erfahre...

Oma

... dann kommst Du gleich rein und erzählst es mir.

Lissemarie

Mache ich, also bis später.

Anna

Wir sollten dann auch mal etwas auf den Herd stellen.

Unsere Männer müssten eigentlich auch bald von Trier zurück sein.

In einer halben Stunde wird es ja schon fast wieder dunkel.

Margret

Vielleicht haben sie uns ja etwas mitgebracht.

Anna

Wenn sie ihre Nägel gut verkauft haben würde mir das schon reichen.

Erzähler

Anna legt die Stopfsachen zur Seite und macht sich an die Arbeit das Essen zu richten.