Szenenbeschreibung:

Peter und Anna unterhalten sich über die wirtschaftliche Situation.
Die Nagelschmiede bringt kaum noch etwas ein.

Erzähler

Es ist sternenklar an diesem kalten Januarabend des Jahres 1857.

Der Winter in diesem Jahr  ist besonders streng.

Damflos liegt tief eingeschneit und es ist klirrend kalt.

Das Thermometer zeigt minus 25 Grad.

In der Küchenstube sind Peter und seine Frau Anna.

Das kleine Fenster ist mit dicken Eisblumen zugewachsen.

Peter legt noch ein paar Holzstücke in den Küchenofen.

Anna sitzt am Tisch und notiert etwas auf ein Blatt Papier.

 

Anna

Sag mal Peter, hat der Schuster Schabbach in Hermeskeil seine Nägel heute bezahlt?

Du warst doch heute bei ihm.

Peter

Nein.

Anna

Das geht aber doch nicht. Du hast ihm die 2000 Nägel doch schon im November geliefert.

Peter

Ja, das stimmt. Aber was soll ich machen.

Die Zeiten sind auch für ihn schlecht. Wenn er die nächsten paar Schuhe verkauft hat will er bezahlen. Hat er mir versprochen. Ich glaube ihm. Das wird er auch.

Anna

Es stehen aber auch noch ein paar andere Zahlungen aus.

Wie sieht es denn mit der Schusterei in Trier aus. Hier müsste doch auch wieder ein Auftrag kommen.

Peter

Das will ich hoffen.

Wir müssen diese Woche noch die Nägel für den Schuster in Thalfang und Nonnweiler machen.

Heinrich will morgen noch nach Morbach und bei der Dachdeckerei Krewes nachfragen. Für die haben wir immer viele Nägel gemacht.

Anna

Die haben aber auch schon lange nichts mehr bei uns gekauft.

Seit dem Frühjahr im letzten Jahr. Solange ist das schon her, dass Du die letzten Nägel dorthin gebracht hast.

Peter

Ich mache mir auch schon lange Gedanken darum wie das hier alles weitergehen soll.

Das hängt alles irgendwie damit zusammen, dass die Leute kein Geld mehr haben. Es gibt ja auch sonst kaum Arbeit. Die Köhlerei bringt nichts mehr ein seit es den Hammer in Züsch nicht mehr gibt.

Und ich höre immer mehr, dass die neuen Drahtstifte vom Rhein uns das Leben schwer machen. Die sind zwar nicht so gut wie unsere Nägel aber billiger.

Anna

Was können wir dagegen tun?

Peter

Ich weiß nicht. Mehr als Arbeiten können wir nicht.

Wir werden schon irgendwie eine Lösung finden.

Heini ist ja auch schon dreizehn. Er könnte in diesem Jahr auch in der Schmiede helfen. Dann könnten wir noch mehr Nägel machen.

Anna

Und was nützt uns das wenn es immer weniger Leute gibt die unsere Nägel haben wollen?

Peter

Wir könnten auch anstatt wie bisher nur Schuh,- Hufeisen und Holznägel auch Polsternägel für die Polsterei in Trier machen.

Anna

Meinst Du das geht?

Peter

Ich denke schon.

Ich werde gleich morgen ein paar Polsternägel als Muster machen.

Heinrich und ich müssen demnächst ohnehin nach Trier zur Schusterei Klos.

Dann fragen wir auch in der Polsterei und Sattlerei Matthieu nach und stellen unsere Polsternägel vor.

Anna

Vielleicht haben wir ja Glück.

Erzähler

In diesem Moment kommen Heinrich und Margaretha zur Tür herein.

Anna

Habt ihr zwei den Weg nach Hause wiedergefunden.

Margaretha

Ja, hat ein bisschen länger gedauert. Du weißt ja wie das ist.

Wenn man mal so am reden ist, vergisst man die Zeit.

Peter

Was gibt’s denn Neues beim KaupePitt?

Heinrich

Stell Dir vor. Der Pitt und die Maria haben vor aus Damflos wegzugehen.

Anna

Ach!

Peter

Wo will der Pitt denn hin?

Heinrich

Er will nach Amerika.

Peter

Jetzt komm! Du hast ihm bestimmt einen Floh ins Ohr gesetzt und erzählt dass unser Johannes in Amerika schon Gold gefunden hätte. Gib’s zu.

Von selbst kommt doch der Pitt nicht auf so eine Idee.

Margaretha

Ja, wir sind irgendwie auf das Thema gekommen.

Na ja, und dann haben wir halt so rumgesponnen.

Anna

Sollen wir uns noch einen Malzkaffee machen?

Margaretha

Danke. Aber wir sind schon echt müde. Wir gehen ins Bett.

Anna

Ja gut. Wir gehen dann auch gleich. Nicht wahr Peter?

Peter

Ja

Erzähler

Heinrich und Margaretha verziehen sich in ihre Kammer.

Peter steht auf und schließt die Vortür zur Küchentür damit die Kälte nicht so hereinkommt.

Peter

Dann komm Anna, gehen wir auch schlafen.

Erzähler

Anna und Peter gehen in ihre Schlafkammer.

Gretchen und Karlchen schlafen schon fest in ihrem Bett. Anna trägt die kleinste und legt sie zu sich und Peter ins Bett.

Anna

Peter? Machst Du die Kerze aus?

Meinst Du das könnte klappen, die Idee mit den Polsternägel?

Peter

Wir müssen es einfach versuchen.

Gute Nacht. Schlaf gut.