Szenenbeschreibung:

Weihnachten 1856.
Weg nach Züsch zur Weihnachtsmesse.
Weihnachten bei den Munos.

Erzähler

Es ist Weihnachten in Damflos

In der Nacht hat es geschneit und es liegt ein weißer feiner Schneeteppich über den Hügeln des Hochwaldes.

Wie in jedem Jahr geht es am Weihnachtsmorgen zur Kirche nach Züsch.

Fast das ganze Dorf ist heute Morgen auf den Beinen.

Die Uhr in der Stube zeigt kurz nach Acht.

Der kleine Weihnachtsbaum steht in der Zimmerecke gegenüber der Eingangstür und ist mit Äpfeln, Haselnüssen, und drei großen Glaskugeln liebevoll geschmückt.

Anna schaut aus dem Fenster auf die Straße. Peter hat den Braunen vor den Wagen gespannt und fährt gerade vor die Haustür .

Auf dem Wagen hat er Holzkisten als Sitzbänke aufgestellt.

Anna

Kinder es ist Zeit, seid ihr fertig. Der Papa kommt schon mit dem Pferdewagen-

Erzähler

Peter kommt zur Tür herein

Peter

Die Kutsche ist bereit. Alles einstiegen bitte.

Anna

Heini – Mariechen – Karlchen

Mariechen – setze jetzt Deine Mütze auf und zieh die Handschuhe an und Karlchen- Du zieh jetzt Deinen Pullover an. Es geht los.

Erzähler

Oma Elisabeth kommt gerade aus dem Stall

Oma

Wenn ihr zurück seid gibt’s auch was feines zu Essen.

Betet für mich mit. Und vergesst auch nicht ein Gebet für unseren verstorbene Opa.

Heini

Ja, Oma machen wir.

Papa darf ich neben Dir sitzen und die Zügel halten?

Peter

Ja, darfst Du.

Erzähler

Heinrich und Margartha kommen nun auch in die Stube

Margarteha

Oma

Passt Du auf die beiden Kleinen mit auf?

Oma

Ja,ja

Erzähler

Peter und Heini sind schon draußen und klettern auf den Wagen.

Die anderen kommen dazu

Anna hilft Mariechen und Karlchen auf den Wagen

Als alle auf dem Wagen sind und auf den Holzkisten Platz genommen haben geht es los.

Heini

Hüa Brauner!

Erzähler

Anna und die beiden Kinder sitzen dicht zusammen und haben sich in Decken gehüllt.

Hinter ihnen sitzen Heinrich und Margaretha.

Der Braune setzt sich in Bewegung.

Die Holzräder mit den Eisenringen spuren sich in den Schnee

So geht es recht angenehm auf den Weg in die Kirche nach Züsch.

Die meisten Damfloser jedoch sind zu Fuss unterwegs und haben sich schon eine halbe Stunde früher auf den Weg gemacht.

Gastwirt Hannes Düpre und Jakob, einer der Wilderer fahren mit ihren Pferdewagen etwa 300 Meter vorweg.

Heini

Schau mal Papa. Da vorne sind auch Hannes und Jakob

Wollen wir die einholen?

Peter

Ne ne. Lass mal. Wir kommen schon rechtzeitig an.

Erzähler

Als es nach Züsch herunter geht haben sie die Fussgänger fast eingeholt.

Peter

Heini. So jetzt gib besser mir wieder die Zügel.

Den Braunen lassen wir hier oben unter den Bäumen und gehen die letzten Meter zu Fuss runter nach Züsch.

Erzähler

Peter lenkt den Wagen auf den kleinen Platz neben der Strasse.

Den Braunen bindet er an einen Baum an und gibt ihm das mitgebrachte Heu zu fressen.

Peter

So das Stück laufen wir.

Erzähler

Nach einer guten viertel Stunde sind alle an der Kirche angekommen.

Mehrere kleine Grüppchen stehen noch vor der Eingangstür und unterhalten sich.

Heinrich und Peter

Frohe Weihnacht

Mann aus einer Gruppe

Frohe Weihnacht ihr Damfloser

Alles klar bei Euch?

Peter

Ja, alles Bestens.

Anna

Komm wir gehen rein. Ich will noch einen guten Platz kriegen.

Und außerdem, drinnen ist es nicht ganz so kalt wie hier draußen.

Erzähler

Die Grüppchen lösen sich nun allmählich auf und gehen in die Kirche

Anna und Margarteha gehen mit den beiden kleinen Kindern nach links wo die Frauen sind und Peter, Heini und Heinrich auf die andere Seite.

Die Kirche ist proppen voll. Die letzten kriegen nur noch einen Stehplatz an der Eingngstür.

 

Die Messe beginnt.

Pfarrer Rath und die Messdiener kommen aus der Sakristei.

Der Organist stimmt das erste festliche Lied an .

 

Nach eineinhalb Stunden ist die Weihnachtsmesse beendet.

Der Pfarrer erteilt der Gemeinde den Segen und wünscht allen frohe Weinachten.

Die Glocken stimmen noch einmal ihr Läuten an und die Kirchenbesucher verlassen nach und nach die Kirche.

Erzähler

Vor der Kirche bilden sich wieder Grüppchen.

Peter und seine Familie gesellen sich zu einer Gruppe aus Damflosern und Züschern.

Frau aus der Gruppe

Da hat unser Pastor aber wieder eine schöne Predigt gehalten.

Eine andere

Ja, das war so schön feierlich

Peter

Ja, schön hat er das gesagt, Das mit dem Stall und der Armut.

Das können wir so richtig nachvollziehen.

Einer aus der Gruppe

Das stimmt.

Deswegen gehen auch immer mehr von hier weg.

Der letzte der von hier nach Amerika ist war der Scherer Johann.

Einer aus der Gruppe

.. das sind alles die Preussen aus Berlin schuld.

Peter

Anna – Heinrich

Komm lass uns nach Hause gehen.

Unsere Oma wartet bestimmt schon auf uns mit dem Weihnachtsbraten.

Machts gut. Und noch eine schönes Weihnachtsfest

Erzähler

Sie machen sich zurück auf den Heimweg.

Eine gute Stunde später sind sie wieder zu Hause angekommen.

Oma Elisabeth hat den grossen Holztisch in der Stube mit dem guten Geschirr gedeckt.

Der Braten ist fertig, die Kartoffeln sind gar, das Karottengemüse mit Erbsen köchelt im Topf.

Oma

Da seid ihr ja. War es eine schöne Messe?

Anna

Der Pastor hat eine schöne Predigt hehalten.

Nicht wahr Peter?

Pater

Er hat unsere Situation genau getroffen.

Heinrich

Mmhh das riecht aber ganz lecker hier.

Heini

Oma Ich hab den Braunen ganz allein nach Züsch geführt.

Peter

Ja, das war prima. Du hast die Zügel gut in der Hand.

Oma

Das Essen ist fertig.

Erzähler

Alle setzen sich an den gedeckten Tisch.

Oma Elisabeth spricht das Tischgebet..

Peter

Ich wünsche uns auch allen ein frohes Weihnachtsfest.

Lasst es uns heute besonders gut gehen. Kinder greift zu

Erzähler

An Weihnachten darf es an nichts fehlen.

Ein guter Braten, Kartoffeln mit Bratensoße, Gemüße.

Für die Kinder selbstgemachte Limonade aus Holundersaft und für die Erwachsenen selbstgemachten Viez.

Peter

Denken wir auch an den Johannes und seine Frau, die ihr erstes Weihnachten in Amerika feiern.

Oma

Ob es ihm auch heute so gut geht wie uns.

Heinrich

Ganz bestimmt.

Amerika ist doch das Land der „unbegrenzten Möglichkeiten“

Anna

Ob es dort auch schon Schnee gibt?

Peter

Wenn er im Norden von Amerika ist. Ich denke schon.

Ich wünsche ihm, dass das Leben dort einfacher ist als hier bei uns und er ein gutes Auskommen hat.

Heinrich

Da bin ich mir sicher.

Der Johannes, so wie ich ihn kenne, ist bestimmt bald ein reicher Mann.

Heini

Wie ist das denn so in Amerika.

Womit wird man denn dort so schnell reich.

Heinrich

Ich habe gehört dort gibt es Gold.

Man braucht es nur aus dem Fluss zu waschen.

Margret

Mit soviel Gold könnte ich mir dann ganz schicke Sache zum Anziehen kaufen.

Heinich

Und wir würden nicht mit einem alten Pferdewagen in die Kirche fahren sondern mit einer schicken Kutsche.

Peter

Genau, und die gebratenen Tauben fliegen einem geradezu ins Maul.

Nehmt euch lieber noch ein Stück Braten.

Da habt ihr wenigstens was davon.

Erzähler

So geht das Gespräch noch eine ganze Weile.

Die Stimmung ist fröhlich und vielleicht auch ein bisschen übermütig.

 

Oma

Jetzt gibt es noch was leckeres zum Nachtisch

Margaretha

Nachtisch gibt es auch noch?

Das ist ja wie Weihnachten

Oma

Es ist Weihnachten.

Ich habe für jeden noch einen  Bratapfelmit viel Zuckerguss

Mariechen

Mmmhh lecker.

Anna

Oma Du verwöhnst uns aber heute

Peter

Und danach noch ein Schnäpschen

Heinrich

Genau

Erzähler

Nachdem alle gut und reichlich gegessen hatten ruht man sich noch einwenig aus.

Draußen fallen wieder ein paar Schneeflocken.