Es ist heute der 30.Mai. Die Harriett Hoxie ist seit fast 3 Wochen auf See. Das Meer ist ruhig und der Wind scheint seine ungestüme Kraft verloren zu haben. Nur noch langsam kommt das Schiff voran. Dafür kann man sich seitdem Auslaufen aus Antwerpen das erstemal ohne fremde Hilfe und ohne sich an den Wänden festhalten zu müssen auf dem Schiff bewegen.

Am Vortag hatte Peter einen der Matrosen gebeten, ihn vor Sonnenaufgang zu wecken. Gegen Drei Uhr im der Nacht steht er schon vor der Koje von Peter.  Anna, die er erst wecken wollte wenn es Zeit wäre, war ihm aber schon zuvorgekommen.

Arm in Arm gehen sie an Deck.

Der Morgen beginnt kaum zu dämmern. Ein duftiger blauer Nebelschleier umhüllt noch den ganzen Horizont. Allmählich fängt im Osten der Saum des Meeres an sich zu röten. Der leichte Nebel verschwindet und fantastich gefaltete Wolkengebirge welche in kolossalen Massen die Sonnentore umlagern werden sichtbar. Heller und immer heller erglüht das ewige Flammen und bald ist die ganze östliche Region purpurrot mit dem schönsten Blau tuschiert. Am Himmel erscheinen wie Herolde der Königin des Tages kleine Wölkchen. Erst in blasser Rosafarbe, dann nach und nach im prächtigsten Feuerglanz. Tausendfach wechselt die seltsame Schattierung der dunkeln Wolkenpartien. Die Atmosphäre beginnt in der rosa Glut der aufwallenden Sonne zu schimmern. Hier und da blitzt ein goldener Strahl durch das Gewölk hervor, als endlich die Sonne in unbeschreiblicher Pracht das Auge entzückt. Die majestätische silberne Flut spiegelt das ganze Firmament mit allen seinen Wundern zurück und alles um sie her ist von dem magischen Lichtglanz erfüllt.

Tränen des innigsten Gefühls quillen aus ihren Augen. Es ist ein Schauspiel, dessen großer Eindruck sich ewig frisch in ihren Seelen erhalten sollte.

Anna und Peter stehen noch eine ganze Weile an der Reling und beobachten die Sonne bis sie in ihrer ganzen Pracht den Horizont erklommen hat. Dann gehenn sie Arm in Arm, wie sie gekommen waren, unter Deck um zu sehen ob die Schlafgesellschaft allmählich erwacht sei.

DIALOGE

 

Auch in den kommenden Tagen regt sich kaum ein Lüftchen.

Die Tage sind angenehm und die Schiffsgesellschaft beobachtet zahllose Schwärme von Möwen und andere Seevögeln, die glänzenden Doraden nachjagen. Legionen von Springfischen umgaukeln das Schiff, das lustig auf und ab taumelt.

Die angenehme Temperatur des Meerwaffers von 71' Fahrenheit, also fast 22' Celcius, verleitet einige unter den Passagieren, im Meer zu baden. Einer, der ohne schwimmen zu können, sich hinab wagt, hätte seine Tollkühnheit beinahe mit dem Leben gebüßt. Der zweite Steuermann springt, so wie er ihn sinken sieht, ohne sich nur einen Augenblick zu bedenken, ihm nach und ergreift ihn glücklich noch bei den Haaren. Ein anderer, der ohne die Vorsicht, sich ein Tau um den Leib zu binden, das am anderen Ende von einigen Passagieren auf dem Deck gehalten wird, gerät beinahe einem Hai zur Beute. Fataler Weise hatte er sich das Seil so ungeschickt umgebunden, dass er beim Anziehen zwar gerettet wird, aber das Tau ihn ziemlich zurichtet.

Endlich hat sich ein leichtes Lüftchen erhoben und allgemeine Freude auf dem Schiffe verbreitet. Es ist heute der 35. Tag, daß wir auf dem Meer sind. Es ist ein wahres Vergnügen zu fehen mit welcher Emsigkeit und Eile die Matrosen die Segel aufspannen. Der Wind schwankt noch zwischen Nordwest und Südwest. Immer stärker schwellen sich die Segel. Das Schiff liegt fast ganz auf der einen Seite und ohne die mindeste sichtbare Bewegung schweben wir auf dem sanft gekräuselten Wasserspiegel dahin. Es wird geloggt. Sechs Knoten sind über Bord gefahren. Der Wind nimmt immer mehr zu und von vier Uhr an machen wir neun bis zehn Meilen in der Stunde. Wir befinden uns heute 3 Grad südlicher und 274 westlicher als gestern.  Eine Reife nach Amerika wäre eine Lustpartie, wenn Wind und Meer beständig so günstig wären. Seit gestern jonnte die Harriett Hoxie den Kurs wieder einhalten und hat an die 200 Meilen zurückgelegt. 

Gegen elf Uhr wurde in der Richtung in welcher wir segeln ein anderes Segelschiff entdeckt. Das geübte Auge der Schiffs-Offiziere und Matrosen erkannte eine halbe Stunde später, daß es ein Dreimaster sei. Sprachrohr und Nationalflagge wurden nun hervorgesucht.vAls wir nach dem Essen wieder auf das Verdeck kamen, wurden wir außerordentlich überrafcht. das Schiff. wovon wir vor einer Stunde kaum eine Spur wahrnehmen konnten wir das Schiff dicht vor uns sehen. An der Flagge erkannten wir den Amerikaner. Auch unsere Flagge wurde an dem Besan-Mast aufgezogen. Von beiden Seiten wurden nun einige Segel eingezogen und die anderenn bis auf zwei gegen den Wind gestellt. Die Schiffe näherten sch hierauf einander bis auf Büchsenschußweite.  Zwischen den beiden Kapitänen fan nun mittelsder Sprachrohre folgendes Gespräch statt.

 

Amerikaner      where from?
Clarkfrom Antwerp
AmerikanerHow many Days
Clark18 days
Awhere bound to
Cwith Passangers to New York
AName of yor ship
CHarriett Hoxie
AWhat's your Longitude
C21 degrees 5 minutes from Greewnich
AOur Ship ist The Franklin
CWhats your Longitude
A21 degrees 47 minutes 25 days from Boston
Cwhere bound to?
ABremen

 Mehr können die beiden Kapitäne nicht austauschen. 

Wir wußten aber nun, dass wir noch etwa 4 Wochen auf See sein werden bis wir New York erreichen sollten.