Am frühen Morgen, es ist so gegen 3 Uhr, hört man ein Treiben auf Deck.

Der Arzt des Hafens, der Seepräfekt und ein Zollbeamter sind an Bord gekommen um das Schiff und seine Ladung zu inspizieren.

Sie lassen sich einige Fässer mit Zwieback und Fleisch öffnen. Sie versuchen den Essig und das Wasser, um sich, so gut sie können, von der Qualität des Proviantes zu überzeugen.

Auch die Passagiere werden namentlich aufgerufen, daß keine anderen als diejenigen an Bord sind, die auf der Liste stehen. Die Passagiere werden auf Ihren Gesundheitszustand geprüft und der Arzt erteilt ihnen dann das amtliche Attest. Der Zollbeamte kontrolliert die alkoholischen Getränke, vor allem den eingelagerten Branntwein ob alles ordentlich deklariert sei, um so dem Schmuggel vorzubeugen.

Sobald der Arzt, der Seepräfekt und der Zollbeamte das Schiff verlassen hatten, beginnt auf dem Deck ein Schauspiel. Die Matrosen, welche vor einigen Tagen noch johlend und saufend ihre Zeit in den Kneipen zugebracht hatten, reagieren nun gehorsam auf den Wink des Kapitäns zur Abfahrt.

Die Offiziere befehligen die Matrosen, die die Kommandos mit brüllender Stimme beantwortend wiederholen. Die Anker werden eingeholt - und im Nu liegen die mächtigen Ankertaue in zwei großen Kränzen gewunden auf Deck. Das Schiff dreht sich und der Lootse fasst mit starker Hand das Steuer. Fort und fort ertönen die Befehle der Offiizere und ihr rauhes Echo der Matrosen. In einem Augenblick sind hundert Stricke gelöst und hundert andere angezogen und dies mit einer bewundernswürdigen Ordnung. In den Seilen und Strickleitern hängen drei, vier Matrosen, die behend die Segel entfesseln.

Auf einmal fassen 23 Segel von verschiedener Form und Größe den Wind. Das Schiff wird abgedreht und bald ist die Harriett Hoxie mitten im Strom. Schnell wie ein Vogel in der Luft durchschneidet sie die Wogen, von der Flut begünstigt und vom wachsenden S-O-Wind getrieben.

Um 11 Uhr hat der Lotse in der offenen Nordsee das Schiff verlassen. Er schüttelte noch jedem Passagier einzeln die Hand und kann gar nicht fertig werden mit "Glückliche Reise" wünschen. Sogar die Kinder drängen sch um ihn herum um ihm die kleinen Hände zu reichen, als ob sie schon einen Begriff davon hätten, daß wir in dem Lotsen gleichsam von dem letzten Repräsentanten des vaterländischen Erdteils Abschied nähmen.

Wir haben jetzt überall zwischen 24 und 40 Faden Wasser unter dem Kiel und der Kapitän macht uns Hoffnung den Kanal sofern der Wind anhält, in zwei Tagen zurück zulegen.