Antwerpen

Einquartierung auf dem Schiff 

Die Auswanderergruppe aus der Pfals, auf die die Harriett Hoxie noch gewartet hat, sind inzwischen eingetroffen.

Die Reise in eine hoffnungsfrohe neue Welt soll am frühen Morgen des kommenden Tages beginnen.

Das Schiff liegt noch ruhig und fest vertaut am Kai des Hafens.

Es ist Morgen am Freitag dem 15. Mai 1857. Nach und nach finden sich die Auswanderer an der Anlegestelle der Harriett Hoxie ein. Voll mit allerlei Kisten, Säcken, Hausrat Möbel und wer weiß noch alles, stehen die beladene Pferdawägen am Kai und werden von den Ankommenden abgeladen und auf das Schiff gebracht. Captain Clark und zwei seiner Offiziere haben am Landungssteg einen Tisch aufgebaut. Darauf ein Buch auf dem die Passagiere verzeichnet sind,welche sich für die große Fahrt eingeschrieben haben.

 

 

Clark

Name?

Passgier

Müller Alexander, meine Frau Christine

Clark

Ok. Section 24B (reicht ihm einen Zettel)

Next one

Passagier

Johannes Georg Lorang, meine Frau Maria, unsere Tochter Dorothea

 

OK. Section 12 C

Next One

Erzähler

Peter, Heinrich, Pitt mit Frau und Kindern haben sich in die Schlange eingereiht. Ihre Kisten und Körbe tragen Sie mit sich, die Rucksäcke auf dem Rücken und die Kleinsten auf den Schulter.

Peter

Noch 50 Meter. Dann sind wir auch dran.

Pitt

Geht das nicht schneller?

Heinrich

Du wirst schon auch noch dran kommen.

Anna

Peter, kannst Du mir die Kleine mal abnehmen? Ich muss den Korb mal absetzten.

Peter

Barbara komm mal zu mir

Margret

Heinrich schau mal, was die alle so anschleppen? Wollen die das alles aufs schiff schaffen?

Heinrich

Sieht ganz danach aus. Wir haben ja Gott sei Dank unsere alten Schränke daheim gelassen.

Margret

Das ist schon gut, dass wir das alte Gelump nicht mitschleppen.

In Amerika besorgen wir uns neue schränke und Betten. Nicht wahr Heinrich?

Heinrich

Genau. Wir wollen ja ganz neu anfangen.

Mann hinter ihnen

Weiter geht’s. bleibt nicht stehen.

Pitt

Nur nicht drängeln.

Erzähler

Die Schlange hinter ihnen wird immer länger. Immer mehr Menschen kommen am Kai an und wollen auf’s Schiff.

Inzwischen ist man auch am Kontrolltisch angekommen.

Clark

Your Name?

Peter

Peter Muno, meine Frau Anna, meine Kinder

 

Maria, Johannes, Heinrich, Karl, Margaretha, Barbara

Clark

Muno. Yes. Section 44 K

Peter

Und hier mein Bruder Heinrich Muno und seine Frau Margaretha mit den Kindern Christian und Peter

Clark

Ok section 44 L

Next One

Pitt

Peter Kaup, meine Frau Maria und meine Kinder Nikolaus, Johannes und Maria

Clark

OK Section 44 M

Next One

Erzähler

Die sechs und 10 Kinder bewegen sich den Landungssteg hinauf.

Oben wartet ein weiterer Matrose um sie einzuweisen.

Matrose

Your sheet please

Heinrich

Aah den Zettel. Gebt mal Eure Zettel her.

Matrose

OK Section 44. Please follow me.

Peter

Na dann los alle zusammen.

Erzähler

Mit Sack und Pack, mit Kind und Kegel folgen sie dem Matrosen ins Unterdeck des Schiffes zu ihren markierten Plätzen.

Matrose

Here you are. Section 44 K, L an M.

Take place and arrange yourself.

I’ll go back to deck.

Peter

Danke wir kommen schon zurecht.

Pitt und Maria. Ihr könnt hier Euer Lager aufschlagen.

Heinrich und Margret. Wollt ihr hier hin?

Margret

Ja gut.

Peter

Gut. Wir machen es uns dann hier gemütlich.

Kind Maria

Mama, kann ich Dir helfen?

Anna

Ja. Pack mal hier mit an.

Kind Johannes

Papa gehen wir wieder nach oben?

Peter

Ja gleich, wenn wir uns hier eingerichtet haben. Hilf mir mal.

Kind Johannes

Versprochen?

Peter

Ja klar.

Erzähler

Allmählich füllt sich das Unterdeck. Jeder versucht sich so gut es geht auf dem ihm zugewiesenen Platz einzurichten.

Für einige wenige Passagiere gibt es auch Kabinen, aber die meisten versuchen es sich im großen Laderaum des Unterdecks bequem zu machen. Zum Schlafen gibt es Etagenkojen und Hängematten.

In der Mitte des Raumes sind mehrere aufgemauerte Öfen, den sich die Familien in der Nähe teilen.

Es ist ein wildes Stimmengewirr, hauptsächlich hört man Dialekte aus der Pfalz, dem Hunsrück, der Eifel. Ein paar französische Stimmfetzen hört man und Schizer Dütsch. Die Stimmung unter denn Reisenden ist angespannt aber voller Zuversicht.