Es ist 7:00 uhr morgens.

Peter, Heinrich, Anna, Margret und die Kinder betreten den großen Essenssaal der Herberge. Mehr als die Hälfte der Plätze sind schon besetzt. Die vielen Stimmen in den unterschiedlichsten deutschen Dialekten, Französisch,  Schweizerisch und wahrscheinlich noch ein paar andere Sprachen erfüllen den Raum wie ein babylonisches Wirrwar.

Auf den Tischen stehen Teller und Becher, Brote und Gläser mit Marmelade, Fisch, Gurken .... Zwei Frauen verteilen Krüge mit Milch und Wasser auf den Tischen.

Anna

Da drüben ist noch Platz an einem Tisch.

Erzähler

Die beiden Familien zwängen sich ducrh den Saal zu dem Tisch.
Ein Ehepaar mit zwei Kindern sitzen an dem Tisch.

Anna

Entschuldigung. Ist hier noch Platz für uns?

Mann am Tisch (Hans)

(auf Schwäbisch) Ja, nehmt nur reichlich Platz.

Anna

Danke sehr.
Kommt. Hier können wir uns hinsetzen.

Erzähler

Die anderen nehmen Platz und schon ist der große Holztisch voll besetzt.

Hans

Ihr seid neu hier?

Peter

Ja, wir sind gestern Abend eingetroffen.

Hans

Wo kommt ihr her?

Anna

Hunsrück

Hans

Aah

Peter

Aus welcher Ecke Deutschlands seid Ihr?

Hans

Schwäbische Alb.

Peter

Ihr seid auf dem Weg in die neue Welt?

Hans

Ja. Wir gehen nach Ohio. Mein Onkel ist schon vor 10 Jahren dorthin ausgewandert.
Wollt ihr auch nach Amerika?

Peter

Ja. Wir sind auf dem Weg nach Illinois.
Unser Bruder letztes Jahr dorthin und unsere Cousins schon vor 10 Jahren. 
Wir sind erst gestern hier angekommen.
Heute werden wir uns nach einem Schiff umsehen, das uns nach Amerika bringen kann.

Hans

Aah Euch waren die Auswandereragenten auch zu teuer?
Uns auch.

Frau von Hans (Erna)

Sparsam sein ist sehr wichtig.
Man muss sein Geld ja nicht gleich zum Fenster rauswerfen.

Peter

Ja. Sparen das sind wir auch gewohnt. Eine andere Möglichkeit hatten wir auch nicht.
Auf welchem Schiff fahrt ihr?

Hans

Auf der Eugenie. Das ist ein französischer Segler.
Der ist aber schon voll und fährt übermorgen früh.

Peter

Wisst ihr welches Schiff man noch nehmen könnte?

Hans

Nein nicht genau. Ich glaube aber im Hafen liegt ein amerikanischer Clipper. Der Name fällt mir jetzt nicht ein. Der soll in fünf Tagen nach Amerika auslaufen.
Geht am besten ins Hafenbüro. Dort könnt ihr nachfragen.
Lasst Euch auch die Versicherungspapiere der Schiffe zeigen.
Dort kann man sehen ob es ein gutes oder weniger gutes Schiff ist.

Peter

Wie kann man das sehen?

Hans

Die Guten Schiffe sind A oder B die weniger guten sind C oder D

Meistens sind die Kapitäne auf den A oder B-Schiffen auch Miteigentümer der Segler.
Das ist immer besser. Die haben mehr acht auf ihr Schiff.

Peter

Interessant.

Hans

Kauft die Passage besser nicht im Hafenbüro sondern versucht es mit dem Kapitän direkt zu verhandeln.

Das ist meist günstiger.

Peter

Ihr Schwaben seid ganz schön ausgefuchst.

Hans

Ha jo. Nur so bringt man es zu was.

Heinrich

Ihr habt uns wirklich gute Tipps gegeben.

Hans

Ja. Wenn wir helfen können, das machen wir Schwaben doch gerne.
So, wir müssen aber jetz los.
Wir brauchen noch so einiges an Proviant für die Seereise.
Das wollen wir heute auf dem Markt besorgen.

Peter

Vielleicht sehen wir uns ja die Tage noch.

Hans

Ja, vielleicht.
Dann schon mal viel Erfolg beim Aussuchen des richtigen Schiffes.

Alle zusammen

Vielen Dank.

Erzähler

Die Schwäbische Famile räumt den Platz.
In diesem Moment kommen auch Pitt und Maria und die Kinder in den Saal.
Sie bemerken, dass neben Peter und Heinrich Platz frei geworden ist und gehen dorthin.

Heinrich

Oh. Auch schon da?

Pitt

Wie ihr seht.

Anna

Dann setzt Euch mal her.

Heinrich

Peter. Am besten gehen wir nacher gleich in dieses Hafenbüro.

War das nicht das, was uns gestern Abend der französische Matrose versucht hat zu erklären?

Pitt

Seid wann kannst Du französisch?

Heinrich

Was Du kannst kann ich schon lange.

Peter

Ja genau. Er hat uns auch gezeigt wo wir hin müssen.

Pitt

Wo müsst ihr hin?

Peter

Wir gehen nachher ins Hafenbüro und erkundigen uns nach einem Schiff, das uns nach Amerika bringen kann.

Am besten kommst Du mit.

Pitt

Klar

Heinrich

Unbedingt. Wir brauchen ja jemand weltgeandten der französisch sprechen kann.

Pitt

Mach dich nur lustig. Wirst schon noch sehen was du davon hast.

Anna

Jetzt frühstücken wir erstmal in Ruhe und dann sehen wir weiter.

Erzähler

Bis auf ein paar weitere Sticheleien zwischen Heinrich und Pitt ist der Morgen recht harmonisch verlaufen.

Der Besuch im Hafenbüro war erfolgreich.

Das interessanteste Schiff für eine Passage nach Amerika ist der amerikanische Clipper Harriett Hoxie, der aller voraussicht nach in etwa 5 Tagen nach Amerika auslaufen wird und nach ca. 4-5 Wochen New York erreichen wird. Die Passage würde im Hafenbüro 120 Thaler für eine Fracht kosten. Eine Fracht sind zwei Erwachsene incl. der Kinder und Proviant.

Peter

Die Unterhaltung mit dem Schwaben heute Morgen war sehr hilfreich.

Was meint ihr, sollen wir nachsehen wo diese Harriett Hoxie im Hafen liegt?

Heinrich

Ich glaube ich weiß noch wo sie liegt.
Gestern Abend haben wir ein Schiff mit drei Masten gesehen.
Da vorne. Schaut, das müsste sie sein.

Peter

Bei Tag sieht sie noch imposanter aus als bei Nacht.
Das könnte sie sein.

Pitt

Den Schiffsnamen kann man schon sehen.

Heinrich

Kannst Du es auch lesen?

Pitt

Bäh!

Peter

Ja, das ist sie. Da steht es drauf. Harriett Hoxie!
Da ist der Landungssteg.

Erzähler

Noch etwas unschlüssig stehen sie vor dem großen Segler und trauen sich nicht den Landungssteg hinauf zu gehen.

Auf dem Schiffsdeck sehen sie zwei Matrosen an der Reling stehen die auf das Quai herunterschauen.

Peter

Da seht.Da sind Leute auf dem Schiff.

Sollen wir die mal fragen?

Pitt

Ja, geh nur vor.

Ich bleibe hier unten stehen. Wenn der Kapitän vorbei kommt kläre ich das mit ihm.

Heinrich

Bleib hier stehen und pass auf dass keiner das Schiff klaut.
Komm Peter gehen wir.

Erzähler

Langsam gehen sie den Landungssteg hinauf als am Ende des Stegs ein Mann zu sehen ist.

Matrose

Stop. Where are you?

Peter

Wir möchten den Kapitän sprechen.

Matrose

The Captain.

Captain Clark is not on Board. You can find him in the pub.

Pater

Den Kapitän.

Matrose

Mr. Clark ist the Captain of this ship.
You can find him in the pub over there or come later again.
He will be back in a few hours.

Heinrich

Der Kapitän scheint nicht auf dem Schiff zu sein.

Matrose

Go to the Pub. There you will find Captain Clark.

Peter

Pub? Weißt Du was das ist?

Heinrich

Vielleicht eine Kneipe. Vielleicht in dieser hier. Der Matrose hat dorthin gezeigt.

Peter

Meinst Du?

Heinrich

Guggen gehen könne wir ja mal. Kostet ja nichts.

Peter

Gut.

Erzähler

Er winkt dem Matrosen zu und ruft

Peter

Danke

Heinrich

Pitt.Komm wir gehen da drüben in die Kneipe

Pitt

Das ist die beste Idee des Tages.

Peter

Wahrscheinlich ist der Kapitän des Schiffes dort.
Clark glaube ich ist sein Name.
Dann lasst uns mal dorthin gehen.

Erzähler

Es ist eine typische Hafenkneipe.

Matrosen stehen an den Tresen und schäkern mit den Mädchen die die Gäste bedienen.

An den Tischen sitzen teilweise verwegen aussehnde Kerle und spielen Karten und trinken Bier.

An einem Tisch in der Ecke sitzt ein bärtiger gut gekleideter Mann und schreibt etwas in einen großes Buch. Ein Mann und eine Frau die ihm gegenüber sitzen stehen gerade auf und reichen dem Mann die Hand.

Peter

Heinrich frag mal am Tresen nach ob man hier einen Kapitän Clark kennt.

Pitt

Ich mach das.

Heinrich

Na dann mach mal.

Pitt

Guten Tag.
Kapitän Clark? Kennen sie ihn?

Wirt

Capitaine Clark.
Oui. Cet homme la, à la table. Au coin.

Pitt

Kapitän Clark?

Wirt

Oui oui (und zeigt auf den Mann mit dem Bart in der Ecke)
Quesque tu veux boire?

Pitt

Hää?

Peter

Ob wir etwas trinken wollen.

Pitt

Ah so.
Ja ein Bier.

Wirt

Une bière, trois?

Peter

Drei (und zeigt drei mit den Fingern)

Heinrich

Gehen wir rüber zu dem Mann, der der Kapitän sein soll?

Peter

Ja, gehen wir. (und winkt dem Wirt, dass sie zu dem Tisch gehen)

Peter

Entschuldigen Sie.

Clark

Good Morning.
Sit down please. (und macht eine Handbewegung)

Peter

Sind Sie Kapitän Clark?

Clark

Yes. You are right.
You are seamen? You want to sign as a crew?
Please sit down.

Mann am Nebentisch

Er fragt ob ihr Seeleute seid und bei ihm anheuern wollt?

Peter

Nein. Wir suchen ein Schiff für die Überfahrt nach Amerika.

Mann am Nebentisch

Mr. Clark. No. They are emigrants

Clark

okey.
What can I do for you?

Peter

Im Hafenbüro sagte man uns, dass Sie in 5 Tagen nach New York segeln.

Mann am Nebentisch

In the Harbour-Office the told them, that you are going to sail to New York

Clark

Yes that’s true. In five days.
I am waiting for a group of passangers from switzerland.
When they arrive.  I hope in 4 or 5 days we will sail to New York.

Wirt

Votre bières Messieurs. Trente Francs. Sil vous plais.

Erzähler

Peter gibt ihm drei Silbergroschen.

Wirt

D’Accord. Merci

Mann am Nebentisch

Er erwartet noch eine Gruppe aus der Schweiz.
Dann wird er lossegeln.

Peter

Wäre auf dem Schiff noch Platz für drei Familien?
6 Erwachsene und zehn Kinder.

Erzähler

Der Mann übersetzt wieder.

Clark

That would be three charges
Yes.

Mann am Nebentisch

Für drei Frachten hat er noch Platz

Peter

Frachten?

Mann am Nebentisch

Ja, Mann, Frau und Kinder zählen als eine Fracht.

Peter

Ach so. Das würde also gehen?

Mann am Nebentisch

Ja, das würde gehen.

Peter

Was kostet die Passage?

Mann am Nebentisch

What ist the cost of a charge?

Clark

Eighty Dollars or sixty German Thaler
But no supply for food except potable water
The Food you have to arrange for yourself

Mann am Nebentisch

Sechzig Thaler

Also für drei Familien dann 180 Thaler
Im Preis ist Euer Proviant nicht enthalten mit Ausnahme Trinkwasser.
Um Euer Essen müsst Ihr Euch selbst kümmern.

Peter

Ja. Damit sind wir einverstanden.

Mann am Nebentisch

They agree

Clark

Fine.

I will notice all the Names of the Pasangers and you will bring me the money tomorrow morning.

I will be here in the pub.

Mann am Nebentisch

Er notiert sich jetzt alle Namen und sie bringen ihm morgen um die gleiche Zeit das Geld.

Er ist hier in der Kneipe. 

Peter

Können wir unsere Schiffskabinen vorher sehen?

Mann am Nebentisch

They ask, if they can visit the passenger area before

Clark

Yes, surely. Tomorrow nine o'clock on the Harriet Hoxie
You bring the money with you?

Mann am Nebentisch

Ja, morgen um Neun Uhr auf der Harriet Hoxie.
Das geld sollen Sie dann mitbringen.

Clark

Okey. I'm going to write down all your names, how old, where you come from and where you want to go to

Erzähler

Kapitän Clark schreibt alle Namen, alter, von wo sie kommen und wo sie hin wollen säuberlich in sein Passagierbuch

Peter bedankt sich nochmal bei dem Kapitän und dem netten Herrn der so freundlich für sie übersetzt hat und verabschieden sich.

Peter bestellt für die beiden noch ein Bier, bezahlt beim Wirt und sie verlassen die Kneipe.

Heinrich

Wir haben ein Schiff wir haben ein Schiff

Pitt

Das habe ich doch gut gemacht.

Peter

Perfekt. Deine Fremdsprachenkenntnisse.

Erzähler

Stolz und mit geschwellter Brust gehen die drei zurück zur Herberge.