Drei Tage sind sie nun schon auf dem Rhein unterwegs.

Mit einigen aus der Gruppe die in Koblenz auch in das Dampfboot eingestiegen sind haben sich Margret, Anna und die anderen näher kennengelernt.

Die Fahrt auf dem Rhein war somit recht angnehm und kurzweilig verlaufen.

Man teilt das gleiche Schicksal und die gleichen Hoffnungen. Das verbindet.

Das Ziel des Rheindampfers ist fast erreicht. Die Häuser von Dordrecht sind schon zu sehen. Das  Gepäck und die weiteren Habseligkeit hat man zum Verlassen des Bootes schon bereitgestellt.

 

Gertrud

Das ist schön, dass wir uns kennengelernt haben.

Margret

Wie geht es für Euch jetzt weiter?

Gertrud

Unser Reiseagent hat alles organisiert. Ich glaube wir steigen in ein anderes Boot um, dass uns dann nach Antwerpen zu unserem bereitstehenden Segelschiff bringen wird.

Margret

Wir müssen erst sehen, wie wir nach Antwerpen kommen.

Peter weißt Du wie wir nachher weiter müssen?

Peter

Das kann ich jetzt noch nicht sagen.

Vielleicht nehmen wir auch so ein Schiff oder wir versuchen die 50km nach Antwerpen über Land zu organisieren. Das werden wir sehen.

Gertrud

Dann werden wir uns wahrscheinlich nicht wiedersehen.

Vielleicht, so Gott will, in Illinois in Amerika.

Anna

Ja, vielleicht.

Margret

Dann wünschen wir Euch eine gute Überfahrt und viel viel Glück in Amerika.

Erzähler

Das Dampfboot hat inzwischen die Anlegestellen von Dordrecht erreicht.

Die Passagiere begeben sich schon zu dem Ausgang.

Erste Klasse zuerst, dann die 2. Klasse und zuletzt die Passagiere der 3.Klasse.

Am Quai verabschieden sich die neugefundenen Freunde wieder.

Die Gruppe aus der Pfalz bewegt sich zu einem Kanalschiff am Ostquai während unsere Auswanderer beratschlagend zusammenstehen wie sie als nächstes vorgehen wollen.

Peter

Also Leute wie wollen wir weiter?

Pitt

Du bist doch der große Organisator?

Peter

Ein vernünftiger Vorschlag wäre mir lieber.

Heinrich

Ich frage mal nach was diese Kanalschiffchen kosten um uns nach Antwerpen bringen können.

Peter

Das ist doch schon mal ein guter Vorschlag

Ich hör mich mal um ob es eine Möglichkeit gibt Antwerpen auf dem Landweg zu erreichen.

Und Du Pitt? Was gedenkst Du zu machen?

Pitt

Hmm

Peter

Das ist nicht besonders viel.

Nun gut. Bleib Du bei den Frauen und Kindern und pass wenigstens auf dass uns nichts geklaut wird.

Erzähler

So sind die Aufgaben verteilt.

Heinrich ist schon nach einer viertelstunde zurück.

Pitt

Und?

Heinrich

Wie und?

Pitt

Was hast Du erfahren?

Heinrich

Das sind richtige Halsabschneider.

Erstens verstehst Du diese Holländer kaum und dann wollen die für den Transfer nach Antwerpen 25 Thaler. Die spinnen doch.

Pitt

Da muss man verhandeln!

Heinrich

Dann wär’st Du doch Fragen gangen. Du Besserwisser.

Pitt

Du hast Dich doch vorgedrängt.

Heinrich

Wenn Du mir jetzt blöd kommst, sieh doch selbst wie Du weiterkommst.

Anna

Jetzt hört doch mal auf.

Heinrich

Ist doch wahr.

Margret

Sieh da hinten kommt der Peter

Pitt

Ah unser großer Meister und Organisator

Maria

Pitt. Halt’ jetzt mal die Fresse.

Peter

Ich hab einen Bauern gefunden, der uns morgen mit seinem Pferdewagen nach Antwerpen bringt.

Übernachten können wir bei ihm.

Pitt

Sag ich doch ... unser großer Alleskönner.

Peter

Was ist los?

Ist was?

Anna-Maria

Lass ihn. Er ist heute nicht gut drauf.

Ja, das hört sich doch gut an.

Peter

Würde es auch mit einem Kanalschiff gehen?

Heinrich

Das kostet für uns alle 25 Thaler. Halsabschneider.

Peter

Gut. Dann nehmen wir morgen den Pferdewagen.

Mit der Übernachtung bei dem Bauer kostet uns das 5 Thaler.

Das ist zwar noch immer ein stolzer Preis aber vertretbar.

Er wartet auf uns da drüben.

Erzähler

Die Familien begeben sich zu dem Bauer, der mit seinem Pferdewagen am Hafeneingang auf sie wartet und fahren zu ihm auf seinen Hof.

Am anderen Tag machen sie sich schon früh morgens auf den etwa 50km langen Weg nach Antwerpen.

Der Bauer, er heißt Jan, ist ein gutmütiger und dennoch geschäftstüchteger Mann. Er verdient sich gerne etwas dazu indem er Auswanderer mit seinem Wagen nach Antwerpen befördert.

Es sind viele die in der jetzigen Zeit seine Dienste in Anspruch nehmen.

Auch kennt er sich mit Unterkünften in Antwerpen aus und kann seinen Reisenden dieses und jenes empfehlen.

Am späten Nachmittag kommt die Reisegesellchaft in Antwerpen an.

Wie unterwegs mit ihm besprochen fährt er sie zu einer Herberge in der Nähe des Hafens.

Jan

Da sind wir.  (holländisch gefärbt)

Erzähler

Jan geht in die Herberge und spricht mit dem Herbergsbesitzer.

Dieser steckt ihm ein paar Münzen zu und dann verabschieden sie sich mit einem Handschlag.

Jan

Es ist alles wie besprochen geregelt. Die 7 Thaler Logiekosten für die Woche bezahlt ihr gleich beim Herbergsvater.

Dann wünsche ich Euch noch eine gute Weiterreise und ein glückliches und gesundes Ankommen in Amerika.

Erzähler

Jan schwingt sich wider auf den Bock seines Pferdewagens und trabt davon.

Die drei Familien quartieren sich in der Herberge ein.

Für jede Familie gibt es ein kleines Zimmer in dem nichts weiter als zwei Betten und zwei kleinere Liegen stehen.

Es ist einfach, sehr spartansich aber sauber.

Zu Essen gibt es in einem größeren Saal in dem mehrere Reihen Holztische mit Holzbänken stehen. Um 7 Uhr gibt es Abendessen und der Saal ist nahezu voll besetzt.

Der Herbergsvater und zwei weitere kräftige junge Burschen bringen zwei große Kessel mit Suppe. Eine Frau verteilt Brot und Krüge mit Wasser.

Unsere Auswanderer haben inzwischen auch Platz genommen.

Heinrich

Ich hab richtig Kohldampf. Was ist enn gutes in den Kesseln?

Margret

Suppe nehme ich an.

Peter

Hoffentlich ein Stück Fleisch drin.

Margret

Ich frage mal ob wir auch milch für die Kinder bekommen können.