Szenenbeschreibung:

Verkaufsgespräch zum Verkauf von Wiesen und Ackerland

Inzwischen sind fast zwei Wochen vergangen.

Es ist Nachmittag. Peter sitzt mit dem Gastwirt Johannes Düpre in der Stube. Sie verhandeln über den Kaufpreis der beiden Wiesen.

Johannes D.

Wie groß sind denn nochmal die Wiesen?

Peter

Das weißt Du doch. Dein Acker liegt doch genau gegenüber.

Die kleine Wiese zum Bach hin ist etwa anderthalb Morgen und die große Wiese ist fast drei Morgen groß.

Joh. D.

Die große Wiese gegenüber von meinem Acker würde ich schon nehmen.

Was willst Du denn dafür haben?

Peter

Wenn Du beide Wiesen nimmst gebe ich sie Dir für 150   Thaler.

Joh. D.

Was soll ich denn mit der Wiese am Bach? Und 150 Thaler ist schon ein bisschen viel. Findest Du nicht auch?

Peter

Da ist einerseits gutes Viehfutter und es stehen ein großer Kisrchbaum und 5 gut gewachsene  Apfelbäume darauf.

Das gibt jedes Jahr ein paar Flaschen guten Kirschschnaps und mindestens drei Fässer Viez.

Die Wiese am Bach ist für Dich damit noch fast mehr wert als die Wiese neben Deinem Acker.

Joh. D.

Wenn man es so sieht.

Peter

Da machst Du auf jeden Fall ein gutes Geschäft.

Joh. D.

Das weiß ich aber noch nicht.

Peter

Aber wenn Du sie nicht willst, dann kriegt sie der Christian.

Joh. D.

Woher hat der denn 150 Thaler

Peter

Wo er das Geld her hat ist mir eigentlich egal.

Vielleicht hat er die Wildsau und die beiden Rehböcke, die er letztens hinterm Diebeskopf geschossen hat gut nach Trier verkaufen können.

Joh. D.

Könnte gut sein. Irgendwann haben sie ihn doch am Schlawittchen.

Peter

Also was ist jetzt? Ja oder Nein?

Joh. D.

Also gut. Weil Du es bist. 150 für die beiden Wiesen.

Peter

Abgemacht. Darauf trinken wir jetzt einen.

Beide besiegeln den Kauf per Handschlag.

Peter

Eine gute Idee

Peter holt eine Flasche und zwei Gläser.

Joh. D.

Dann Prost.

Und auf viel Glück in Eurer baldigen neuen Heimat in Amerika.

Peter und Johannes

Prost.

Joh.D.

Wann ist es denn soweit?

Peter

Wenn es stimmt was der Bürgermeister xxy uns gesagt hat, müssten die Ausreisegenehmigungen in spätestens drei Wochen da sein.

Dann haben wir Ende März.

Es ist noch viel vorzubereiten. Bei fünf Kindern kann man nicht so einfach ein paar Sachen in ein Bündel packen und losziehen.

Joh. D.

Dann ist Eure alte Mutter bald ganz alleine im Haus.

Peter

Unsere beiden anderen Brüder. Der Hubert und der Christian werden sich um sie kümmern.

Joh. D.

Ich habe gehört, dass der Schmitt Schorsch mit seiner Frau und den Fünf Kindern auch seine Auswanderung beantragt hat.

Peter

Ja, das habe ich auch gehört.

Joh. D.

Dann wird es aber allmählich ganz schön leer hier bei uns im Dorf.

Letztes Jahr Dein Bruder Johannes. Vor drei wochen der Heinrich mit seinen vier Kindern.

Peter

Das muss man sich mal vorstellen. Der Heinrich ist schon fast sechzig.

Und dann noch nach Amerika. Alle Achtung.

Joh. D.

Und jetzt bald auch Du, Heinrich und Dein Schwager.

Lass mich mal zusammenzählen. Das sind seit dem letzten halben Jahr gut und gerne 30 Personen.

Peter

Wenn man das so überdenkt. Da kommen schon einige zusammen.

Joh. D.

Wenn das so weitergeht wohnt in Damflos bald niemand mehr.

Alle sind weg um in Amerika reich zu werden.

Peter

Wenn es denn so wär. Ich hätte nichts dagegen.

Joh. D.

Dann muss ich wohl irgendwann auch mit.

Wer kommt denn dann noch in meine Wirtschaft wenn keiner mehr da ist?

(und beide lachen)

Anna Maria kommt in die Stube.

Anna Maria

Na ihr zwei. Seid ihr einig geworden?

Joh. D.

Dein Peter ist ganz schön gerissen.

Wenn er in Amerika genau so gut verhandelt, dann habe ich keine Sorge, dass ihr da drüben bald steinreich seid.

Peter

Das warten wir mal ab.

Wer aber heute das bessere Geschäft gemacht hat lassen wir mal dahingestellt sein.

Joh. D.

Ich wünsche Euch auf jeden Fall dass ihr eine gute Entscheidung getroffen habt und glücklich werdet in Eurer baldigen neuen Heimat.

Anna Maria

Danke. Das können wir gut gebrauchen.

Joh. D.

So. Jetzt muss ich aber wieder los. Nicht dass noch jemand vor der Wirtschaft verdurstet.

 

Johannes steht auf und geht zur Tür hinaus.

Anna Maria

Hat er die Wiesen gekauft?

Peter

Ja. Hat er. 150 Thaler sind ein guter Preis.